Einsteigerguide

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Die Aquaristik, oder genauer gesagt die Nanoaquaristik, ist ein sehr interessantes und schön anzusehendes Hobby. Für viele endet dieses Hobby leider bereits nach kürzester Zeit, da aufgrund von Unwissenheit Fehler gemacht werden, die man sehr einfach hätte vermeiden können. Um unerfahrene Neu-Aquarianer vor diesen Fehlern zu schützen, hat die MeinEdge.de Community diesen Einsteigerguide verfasst. In diesem Guide werden die wichtigsten Punkte angesprochen, damit jeder mit Freude das Hobby Aquaristik genießen kann.


Inhaltsverzeichnis


Fragen im Vorfeld

Wie teuer ist ein Fluval Edge Aquarium?

Das Fluval Edge Aquarium (Neuware) gibt es bereits ab etwa 100€ inklusive Versandkosten. Es werden gelegentlich auch gebrauchte Edges im EdgeBay Bereich des Forums verkauft, die natürlich etwas billiger sind.


Wie teuer ist die zusätzliche Ausstattung und Einrichtung?

Zuerst sei gesagt: Nach oben hin sind keinerlei Grenzen gesetzt. Die persönlichen Vorstellungen und Wünsche entscheiden hier den Preis. Die zusätzlichen Kosten summieren sich aus Bodengrund, Pflanzen, Dekoration, Besatz, weitere Technik, Wassertests etc. und sollten nicht unterschätzt werden.


Wie hoch sind die laufenden Kosten?

Laufende Kosten
Strom 0,05€ / Tag
1,43€ / Monat
17,37€ / Jahr
Wasser ~0,01€ / Tag
0,36€ / Monat
4,32€ / Jahr
Futter/Sonstiges ~0,05€ / Tag
~2€ / Monat
~24€ / Jahr
~0,11€ / Tag .:. ~3,8€ / Monat .:. ~45,7€ / Jahr

Die laufenden Kosten eines Aquariums lassen sich in die Bereiche Strom, Wasser, Futter und ggf. Dünger, Pflegemittel und Wasseraufbereiter unterteilen und können sich je nach zusätzlicher Ausstattung oder Umbauarbeiten stark unterscheiden. Geht man von der Standardaustattung des Fluval Edge Aquariums aus, so müssen Filter und Beleuchtung in die Stromkosten mit eingerechnet werden. Der Filter mit 5 Watt läuft rund um die Uhr und verbraucht so täglich 0,12 kWh. Die Beleuchtung mit 2x 10 Watt Halogenleuchtmittel läuft zwischen 10 bis 12 Stunden am Tag. Mit dem Mittelwert von 11 Stunden verbraucht die Beleuchtung somit pro Tag 0,22 kWh. Bei einem Strompreis von durchschnittlich 14 Cent pro kWh liegen die Stromkosten bei 5 Cent am Tag, 1,43€ pro Monat und 17,37€ im Jahr.

Durch die wöchentlichen Wasserwechsel entstehen weitere Kosten, die jedoch wesentlich geringer als die Stromkosten ausfallen. Pro Woche werden in einem Edge durchschnittlich 8 Liter Wasser gewechselt und nachgefüllt. 1m³ Wasser, bzw. 1000 Liter Wasser kosten in Deutschland durchschnittlich 1,50€. Umgerechnet liegen die Wasserkosten somit bei ~1 Cent pro Tag, 36 Cent im Monat und 4,32€ im Jahr. Die Kosten für Futter und Sonstiges lassen sich sehr schwer einschätzen, da hier das Angebot sehr weitläufig ist. Man kann aber in den meisten Fällen davon ausgehen, dass die weiteren Kosten nicht mehr als 2€ pro Monat ausmachen.

Die hier genannten Kosten sind lediglich Richtwerte der Standardausstattung und können je nach Stromanbieter, Wasserversorger etc. gegebenfalls sehr stark abweichen.


Planung

Eine gute Planung ist die halbe Miete. Man sollte sich bei der Planung Zeit lassen, denn in diesem Fall ist Zeit nicht Geld, sondern kann sogar Geld sparen. Ist die Entscheidung zum Kauf gefallen, kann man sich folgende Fragen stellen.


Wo stelle ich das Edge dann eigentlich hin?

Wichtig ist hier, dass man sich einen dunklen Platz sucht und direkte Sonneneinstrahlung auf jeden Fall vermeidet. Kommt zu viel natürliches Sonnenlicht in das Aquarium, so kann es zu ungewünschter Algenbildung kommen.

Zudem sollte der zukünftige Stellplatz eine Last von mindestens 35kg aushalten können. Viele Edges sind leichter, jedoch sollte man immer auf Nummer sicher gehen.

Um die nötige Stromversorgung zu gewährleisten sollte zusätlich eine Steckdose in der Nähe sein. Ein Punkt den man gerne mal vergisst.


Das Edge sollte in gefülltem Zustand nicht mehr bewegt werden. Muss man das Edge danach trotzdem noch einmal bewegen, sollte man etwa 80% des Wassers ablassen und das Edge vorsichtig und langsam auf einem Handtuch absetzen. Danach werden die restlichen Bestandteile auf ihren neuen Platz umgesetzt und das Glasbecken wieder vorsichtig auf die Bodenplatte gestellt.


Welchen Tiere möchte ich in meinem Edge pflegen?

Das ist wohl die elementarste Frage während der Planungsphase. Man sollte sich zuerst diese Frage stellen, bevor man über die Einrichtung nachdenkt, da sich die Einrichtung voll und ganz nach dem gewünschten Besatz richten sollte und nicht umgekehrt.

Für das Fluval Edge eignen sich verschiedenste Arten von Zwerggarnelen, Schnecken und sogar ein paar Minifische. Der Hersteller Hagen führt in seinen Besatzvorschlägen zudem noch Zwergkrebse, wie beispielsweise den CPO. Jedoch sollten diese Nanokrebse nur gehalten werden, wenn man über die Möglichkeit verfügt den Nachwuchs abzugeben oder in größeren Aquarien zu halten, da die männlichen Tiere ein sehr starkes und aggressives Revierverhalten zeigen.

Der Großteil der Community pflegt in seinem Edge Zwerggarnelen und zusätzlich Schnecken.


Natürlich kann man auch unterschiedliche Garnelenarten zusammen halten. Hier sollte man sich jedoch auf maximal 2 Arten beschränken. Aber auch bei zwei Garnelenarten kann es passieren, dass die schwächere Art mit der Zeit ausstirbt. Will man die Haltung von 2 Arten versuchen, sollte man sich die Kreuzungstabelle vorher genauer ansehen. Manche Arten können sich miteinander paaren, was zu meist unerwünschten Naturformen des Nachwuchses führen kann.


Wenn man sich den Wunschbesatz ausgesucht hat, sollte man sich über die genauen Ansprüche der Tiere informieren. Hierzu gehören Einrichtung, Wasserwerte, Fressgewohnheiten und Vermehrung.


Welche Pflanzen sind für ein Edge geeignet?

Aufgrund der geringen Höhe des Edges ist es sinnvoll hauptsächlich Pflanzen zu verwenden, die eine Höhe von 20cm nicht überschreiten. An Stengelpflanzen kann man auch höherwachsende verwenden, muß diese aber je nach Wuchsgeschwindigkeit häufiger einkürzen. Die Wahl der Pflanzen richtet sich aber, wie bereits erwähnt, nach dem gewünschten Besatz und der verwendeten Beleuchtung. Die meisten Garnelenarten bevorzugen Moose wie Javamoos oder sogenannte Mooskugeln, die eigentlich aus einer Algenart bestehen. Beides wird von den Garnelen gerne „abgeweidet“. Auch feinblättrige Pflanzen sind besonders "garnelenfreundlich". Für Minifische, die aufgrund ihrer geringen Größe sehr viele Fressfeinde haben und dementsprechend sehr schreckhaft und scheu sind, eignen sich höhere, dicht gesetzte Pflanzen, zwischen denen sich die Fische verstecken können. Trotzdem benötigen diese Fische zusätzlich auch ausreichend freien Schwimmraum.

Begrenzender Faktor bei der Pflanzenauswahl ist im Edge ganz klar die Original-Beleuchtung (aktuell Halogen mit 110 Lumen Lichtstärke, Stand November 2011). Hierbei kann man ausschließlich ausgesprochene Schattenpflanzen erfolgreich pflegen. Beispielsweise Anubias (die Variation barteri nana ‚bonsai’ bzw. ‚petite’ ist wegen ihrer kleineren Blattform im Nanobecken besonders zu empfehlen), Mooskugeln, verschiedene Moosarten (Javamoos, Christmasmoos, Korallenmoos oder andere), Cryptocoryne wendtii oder Javafarn ‚short narrow leaf’ und ‚Thors Hammer’. Anubias, Javafarn und Moose können auch auf Steinen oder Holz aufgebunden werden. All diese genannten Pflanzen bleiben kleiner als 20 cm. Bei höherwachsenden Stengelpflanzen findet man auch im Schwachlichtbereich eine kleine Auswahl. Die erweiterte Suchfunktion der Wasserpflanzendatenbank der Webseite „Flowgrow“ kann bei der Suche nach geeigneten Pflanzen eine große Hilfe sein.

Sollte man sich jedoch dazu entscheiden, die Beleuchtung im Edge zu verändern (beispielsweise mit LED-Spots) kann man je nach verwendeter Lichtstärke die Pflanzenauswahl natürlich deutlich vergrößern. Die im Forum genannten Rohtec-LEDs haben mit 120-130 Lumen allerdings keine wesentlich höhere Lichtstärke (wenn auch eine bessere Ausleuchtung) als die Originalbeleuchtung und die Pflanzenauswahl bleibt dabei weiter auf Schattenpflanzen beschränkt.

Es empfiehlt sich, vorab eine Pflanzenskizze anzulegen, die den Pflanzenkauf vereinfacht und ein genaueres Bild zum schnelleren Einsetzen darstellt. Beachten sollte man dabei noch, dass gerade in der Einfahrphase des Aquariums ausreichend viele Pflanzen eingesetzt werden sollten. Zur Algenvorbeugung wird in der Einfahrzeit eine Bepflanzung von ca. 80 % der Grundfläche empfohlen.


Welchen Bodengrund kann ich verwenden?

Es gibt drei Möglichkeiten: Sand/Kies mit Nährboden, nur Nährboden oder nur Sand/Kies. Für welche Möglichkeit man sich entscheidet bleibt einem selbst überlassen. Ein Nährboden eignet sich natürlich hervorragend für dicht bepflanzte Aquarien, jedoch kann man auch Düngekugeln etc. in einem Sand/Kies Boden verwenden, um den Pflanzen wichtige Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Sollte man sich für einen Nährboden entschieden haben sollte man NIEMALS normale Pflanzenerde verwendet werden, da diese sehr stark phosphathaltig sein können!

Die Unterscheidung von Sand und Kies ist lediglich eine Unterscheidung der Körnung und sollte auf den Besatz abgestimmt sein. Die Wahl des Bodengrundes hat natürlich auch einen optischen Einfluss. Dunkle Tiere wirken intensiver auf einem hellen Untergrund und helle oder farbige Tiere eher auf einem dunklen Bodengrund. Zwei sehr preisgünstige Möglichkeiten sind Quarzsand (hell und fein) und Basaltsplitt (dunkel und grob).


Wie kann ich meine Wasserwerte feststellen?

Hier hat man die Möglichkeit sich bei dem zuständigen Wasserwerk zu informieren. Diese bieten oftmals auf ihrer Internetseite alle für die Aquaristik wichtigen Werte an. Hierzu gehören der pH-Wert, die Karbonathärte (KH) und die Gesamthärte (GH). Da sich die Wasserwerte jedoch auf dem Weg vom Wasserwerk zum Wasserhahn verändern können, sollte man diese bestensfalls durch eine Eigenmessung überprüfen. Hierfür kann man das Wasser entweder in einem Aquaristikfachgeschäft messen lassen, oder sich eigene Tröpfchentests (Testkoffer) zulegen. Von Teststäbchen rät die Edge-Community insgesamt ab, da die Werte nur sehr schwer abzulesen und deswegen oft auch zu ungenau sind.

Meine Wasserwerte passen nicht zu meinem Wunschbesatz: Was nun?

Auch hier hat der Aquarianer einen gewissen Handlungsspielraum. Für die Garnelenhaltung wird oft ein niedriger pH-Wert (<7.0) und eine niedrige Karbonat- und Gesamthärte (<5° dH) angestrebt. Die Werte aus dem eigenen Wasserhahn sind in den meisten Fällen höher und können durch verschiedene Wege gesenkt werden.

Osmosewasser

Eine Osmoseanlage stellt sogenanntes Osmosewasser her, welches entmineralisiert ist und dadurch über eine sehr geringe Gesamthärte verfügt (<1° dH). Über unterschiedliche Mischungsrechner kann man Mischungsverhältnisse errechnen, um ein optimales Ausgangswasser zu erhalten. Der Nachteil an einer Osmoseanlage ist der recht hohe Teil an Abwasser. Für einen Liter Osmosewasser entstehen bei den meisten Anlagen 3 bis 4 Liter Abwasser. Zudem ist der Anschaffungspreis einer solchen Anlage bei 80 € und mehr.

Destilliertes Wasser

Es gleicht dem Osmosewasser und wird genauso vermischt. Destilliertes Wasser ist z.B. Im Bau- oder Drogeriemarkt erhältlich und kostet ca. 1,50€ - 2,00€ pro 5 Liter.

Naturprodukte

Seemandelbaumblätter oder Erlenzapfen geben kontinuierlich Huminsäure an das Wasser ab, wodurch der pH-Wert geringfügig sinkt. Die Produkte müssen nach und nach ersetzt werden, da im Laufe der Zeit die Huminsäure an das Wasser abgegeben wurde.

Co2-Düngung

Auch durch die Zugabe von Co2 kann sich der pH-Wert verringern. Hier gibt es sowohl die Möglichkeit Bio Co2 Anlagen, als auch Druckgas Co2 Anlagen zu verwenden.


Was benötige ich als Grundausstattung?

Neben dem Edge gehören viele Kleinigkeiten zur sogenannten Grundausstattung eines Aquarianers. Hier hat der MeinEdge.de Administrator Witchhunter mit der Community eine sehr gute und übersichtliche Liste erstellt, die wir an dieser Stelle natürlich gerne in Kurzform übernehmen wollen. Den Foreneintrag kann man HIER einsehen.

Pflege und Ausrüstung

  • 2 neue Eimer (z.B. 1x5 Liter, 1x10 Liter)
  • 2-4 Meter Schlauch zum Wasserwechsel
  • Handtücher / Geschirrtücher
  • Kleiner Kescher
  • Pflanzenschere
  • Pflanzenpinzette
  • Verlängerungskabel / Mehrfachsteckdose (eventuell mit Überspannungsschutz)
  • Digitale Zeitschaltuhr
  • Angelschnur, ideal um Pflanzen / Moose aufzubinden
  • Wassertestset
  • Thermometer
  • Heizstab
  • Schwimmender Algenmagnet
  • Tröpfchenventil
  • Wäscheklammern

Einrichtung

  • Bodengrund
  • Steine
  • Wurzeln
  • Versteckmöglichkeiten wie Höhlen, Tubes, Kokosnussschalen, etc.
  • Pflanzen, schnellwachsend ist immer gut, denn Pflanzen die schnell wachsen nehmen Algen die Nährstoffe weg
  • Moos


Sonstiges

  • Pflanzendünger
  • Weitere Filtermedien (z.B. Siporax)
  • Blätter
  • Futter


Optional

  • Wasseraufbereiter
  • Co2 Anlage (Bio oder Druckgas)
  • LED Leuchtmittel
  • Mondlicht


Vorbereitung

Ich weiß was ich will! Was nun?

Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Doch auch nach der Planung sollte man sich genug Zeit lassen. Man merkt bereits, dass die Aquaristik ein sehr geduldiges Hobby ist. Wie heißt es so schön: Geduld ist eine Tugend!


Aquaristikgeschäft oder Online Shop?

Da der Einkaufszettel jetzt fertig ist, sollte man sich informieren wo genau man seine Ausrüstung denn erwerben möchte. Es gibt in jeder größeren Stadt Aquaristikfachgeschäft und auch das Internet bietet eine Vielzahl an seriösen Shops, die gerne von der Community empfohlen wird. Der "Laden um die Ecke" bietet schnelle Sofortkauf-Möglichkeiten ohne zusätzliche Versandkosten und direkten Einblick auf die Ware. Der Online Shop bietet hingegen oft die etwas billigeren Preise mit längerer Wartezeit und zusätzlichen Versandkosten. Wofür man sich letzendlich entscheidet bleibt wie so oft einem selbst überlassen. Ihr könnt den gesamten Inhalt eurer Liste erwerben, AUSSER den Besatz! Dieser sollte unbedingt einige Wochen später gekauft werden, wenn das Edge die sogenannte Einlaufphase beendet hat.


Mein Einkauf ist zu Hause, wie geht es weiter?

Untersuchung auf Schäden

Sobald der Einkauf sicher bei Euch zu Hause angekommen ist, solltet ihr nach und nach alles auspacken und auf mögliche Schäden begutachten. Alle technischen Geräte sollten zudem kurzzeitig angeschlossen und auf Fehler überprüft werden. Das Glasbecken sollte ebenfalls kurzzeitig mit Wasser gefüllt werden, um die Dichtheit zu prüfen.

Wässern der Pflanzen

Die Pflanzen sollte man jetzt etwa 1-2 Wochen in einem durchsichtigen Eimer wässern. Hierfür wird der Eimer an einen hellen Ort gestellt und das Wasser täglich gewechselt, um mögliche Schadstoffe und ungewünschte Schnecken zu entfernen.


Aufbau

Reinigung des Innenlebens

Nach den 1-2 Wochen kann endlich mit dem Aufbau und der Reinigung des Edges und der Einrichtung begonnen werden... Wie, Reinigung? Ihr habt richtig gelesen. Dieser Schritt ist zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch entsteht bei der Produktion immer Dreck, der sich an den Geräten und der Einrichtung festhängen kann. Daher solltet ihr alle Teile, die mit Wasser in Berührung kommen, mit lauwarmen Wasser abspülen. So geht ihr von Anfang an auf Nummer sicher.


Wenn ihr das Glasbecken in einer Dusch- oder Badewanne reinigen wollt, legt am besten ein Handtuch unter das Edge. Damit vermeidet ihr Schäden an Glas und Wanne.


Je nachdem für welchen Bodengrund ihr euch entschieden habt, kann es sein, dass dieser vorher ausgewaschen werden muss. Hierfür eignet sich einer der oben genannten Eimer. Ein Nährboden wird generell nie ausgewaschen, da dadurch die wichtigen Nährstoffe entfernt werden.


Bei den Pflanzen sollten alle Blätter entfernt werden, die nicht mehr gesund und kräftig aussehen. Zudem müssen Glaswolle und Bleibänder entfernt werden. Danach werden die Wurzeln auf etwa 3cm gekürzt und die Pflanze nochmals abgespült. Die Filtermedien sollten ebenfalls mit lauwarmen Wasser abgespült werden. Die mitgelieferte Aktivkohle (schwarzer Beutel) sollte entweder zu Beginn entfernt und trocken gelagert werden, oder in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Der Grund ist folgender: Die Aktivkohle entzieht dem Wasser Schadstoffe und Medikamentenreste und "speichert" diese. Nach einer Standzeit von etwa 4 Wochen kann die Aktivkohle jedoch keine weiteren Bestandteile mehr aufnehmen und gibt diese danach wieder an das Aquarienwasser ab und kann den Besatz somit erheblichen Schaden zufügen! Der Großteil der MeinEdge.de Community verwendet die Aktivkohle deswegen nur kurzzeitig (1-2 Wochen) nach einer Medikamentenbehandlung.


Alternativ kann man die Aktivkohle mit einem anderen Filtermedium wie z.B. Siporax, einem weiteren Filterschwamm oder Filterwatte ersetzen.


Anschließen des Edges

Der hier beschriebene Aufbau beinhaltet die Standardausstattung des Edges. Solltet ihr weitere Technik etc. gekauft haben, so wendet euch bitte an die jeweilige Bedienungsanleitung.


Da ihr den Stellplatz des Edges ja schon vor einigen Wochen bestimmt habt, wird dieses nun genau dort aufgebaut. Man sollte wie folgt vorgehen:

  • Die Bodenplatte, den Technikschacht und den Glasbehälter an gewünschter Position aufstellen.
  • Den Bodengrund in das Glasbecken einfüllen und verteilen.
  • Dekorationsgegenstände einbringen (Wurzeln, Steine etc.).
  • Weitere Technik anbringen (noch nicht den Filter).
  • Die Pflanzen wie gewünscht einsetzen (hier hilft die anlegte Pflanzenskizze).
  • Wasser über eine Untertasse oder einen löchrigen Behälter in das Edge einlaufen lassen (verhindert ein Aufwirbeln des Bodengrundes).
  • Den Vorfilterschwamm über das Ansaugrohr des Filters stecken.
  • Den Filter einhängen und ebenfalls mit Wasser füllen. Das Wasser sollte jetzt insgesamt etwa 1-2cm in der Erhöhung des Glasbeckens stehen.
  • Die Verkabelung durch den Technikschaft führen (ggf. den Technikschacht kurz anheben).
  • Die Leuchtmittel (Halogen oder LED's) in die Fassungen einstecken und den Arm nach unten klappen.
  • Die Stecker einstecken (evtl. Zeitschaltuhren programmieren) und die Beleuchtung an der Seite des Armes einschalten.
  • Abdeckung auf das Edge auflegen.
  • FERTIG !


Beleuchtungsbeispiel
Aktiv 07:00 bis 12:30
5½ Stunden
Pause 12:30 bis 16:30
4 Stunden
Aktiv 16:30 bis 22:00
5½ Stunden
11 Stunden Beleuchtung, 4 Stunden Pause

Der Filter wird in den ersten Minuten recht laut sein, da vorhandene Luft erst noch entweichen muss. Hier hilft es den Durchflussregler in kurzen Zeitabständen von min auf max und wieder zurückzustellen. Hier sollte man jedoch aufpassen, dass durch eine zu starke Strömung kein Bodengrund aufgewirbelt wird, oder Pflanzen sich aus dem Boden lösen. Sobald die Luft aus dem Filtersystem entwichen ist, sollte der Filter recht leise sein.


Die Beleuchtung sollte pro Tag etwa 10 bis 12 Stunden eingeschalten sein. Zu kurze oder zu lange Beleuchtungszeiten fördern das ungewünschte Algenwachstum. Eine zwischenzeitliche Beleuchtungspause von 3-4 Stunden hemmt hingegen das Algenwachstum und verlängert die mögliche Beleuchtungszeit in den Abendstunden.



Die Einlaufphase beginnt

Ihr könnt euch sicher schon denken was jetzt kommt... Richtig! Warten! In der Einlaufphase entwickeln sich sehr wichtige Bakterien, die den giftigen Kot des Besatzes in ungefährlichere Stoffe umwandeln und das Leben in einem Aquarium erst ermöglichen. Die Bakterien sammeln sich im Filter und im Bodengrund des Aquariums an. Es dauert durchschnittlich 2-4 Wochen, bis die Bakterienkultur so groß ist, damit Schadstoffe zuverlässig ungewandelt werden können. Es ist wichtig den sogenannten Nitripeak abzuwarten, da Nitrit schon in sehr geringen Konzentrationen tödlich ist. Der Nitritpeak stellt ein kurzzeitiges Maximum des Nitritgehaltes im Wasser dar. Nach dem Peak sind genug Bakterien vorhanden um das Nitrit in das ungefährliche Nitrat umzuwandeln.

In dieser Zeit sollte man wöchentlich sehr geringe Mengen an Futter hinzufügen, damit den Bakterien etwas zu Zersetzen zur Verfügung steht und sich die Kultur besser entwickeln kann.


Wenn ihr einen Wasseraufbereiter verwendet, so dosiert die Menge für 25 Liter und gibt diese in das Becken. Durch Wasseraufbereiter werden unterschiedliche, unerwünschte Stoffe im Wasser (Schwermetalle, Chlor...) entfernt und das Wohlbefinden des Besatzes gesteigert.


Es kommt Leben ins Spiel

Habt ihr auch diese Wartezeit überstanden geht es jetzt endlich los. Jetzt sollte das optimale Umfeld für euren Besatz existieren und damit steht dem Kauf der Wunschtiere nichts mehr im Wege.


Kauf der Tiere

Wie auch schon bei der Ausstattung gibt es die Möglichkeiten die Tiere vor Ort zu kaufen, oder über einen Online Shop zu bestellen. Als vertrauenswürdiger Onlineverkäufer hat sich Thorsten Krüger von unserem Partnershop krueger|aquaristik herausgestellt. Hier werden die Tiere optimal verpackt und sehr kurze Lieferzeiten gewährleisten ein unbeschadetes Ankommen der neuen Bewohner.


Eingewöhnen der Tiere

Bei Garnelen ist es besonders wichtig, dass diese nur sehr langsam an die neuen Wasserwerte gewöhnt werden. Sind die Tiere zu Hause angekommen, sollte man den Transportbeutel etwa eine Stunde im Zimmer liegen lassen, damit sich das Transportwasser an die Umgebungstemperatur angleichen kann. Danach wird der Beutel geöffnet und der gesamte Inhalt in einen Eimer gegeben. Jetzt sollte man nach und nach geringe Mengen vom Aquarienwasser in den Eimer geben. Mit einem Tröpfchenventil lässt sich das Wasser permanent in geringen Mengen hinzuführen. Nach jeweils 30 Minuten kann man die Menge des hinzugeführten Wassers erhöhen. Nach etwa 2 Stunden sollte der Eimer etwa 4 Liter Wasser beinhalten und die Garnelen können mit dem Kescher aus dem Eimer gefangen und in das Edge umgesiedelt werden.


Pflege

Füttern der Tiere

Es ist wichtig, dass dem Besatz eine ausgewogene Ernährung angeboten wird. Getrocknete Blätter sollten immer im Becken vorhanden sein, da diese Schutz bieten, die Wasserqualität verbessern und eine Nahrungsquelle bieten. Frisches Gemüse in Form von Gurken, überbrühtem Salat etc. sollten niemals länger als 24 Stunden im Wasser verbleiben, da sonst das Wasser zu stark belastet wird. Fertigfutter sollte nur in geringen Mengen gefüttert werden, da durch übrig gebliebenem Futter ebenfalls das Wasser stark belastet wird.


Tägliche Kontrolle

Man sollte täglich die Beleuchtung, den Filter, die Wassertemperatur, den Wasserstand und den Zustand der Tiere kontrollieren.


Wasserwechsel

Jede Woche sollte ein Wasserwechsel von etwa 5-7 Liter durchgeführt werden. Dadurch werden unerwünschte Stoffe entfernt, die durch die Bakterienkulturen nicht abgebaut werden können. Damit der Filter nicht trocken läuft, sollte die gesamte Technik währenddessen abgeschaltet werden. Für den Wasserwechsel benötigt ihr einen 10l Eimer, einen Schlauch und ggf. Wäscheklammern, um den Schlauch zu fixieren. Hängt das eine Ende des Schlauches in das Becken und saugt unterhalb des Beckens am anderen Ende des Schlauches kurz an und fixiert den Schlauch dann mit einer Wäscheklammer am Eimer. Beim Wasserwechsel solltet ihr darauf achten, dass keine Pflanzen oder Tiere angesaugt werden. Ist die gewünschte Wechselmenge im Eimer, zieht einfach den Schlauch aus dem Aquarium. Wenn ihr die Wasserwerte eures Leitungswasser verändern wollt (verschneidet), so tut dies bitte nur im Eimer und nie direkt im Becken. Wenn ihr einen Wasseraufbereiter verwendet, so dosiert diesen auf die entnommene Wassermenge und gibt diesen in den Eimer. Um das Wasser wieder in das Becken einzulassen könnt ihr es einfach vorsichtig aus dem Eimer laufen lassen. Alternativ kann man auch wieder den Schlauch mit einer Wäscheklammer am Eimer fixieren (Schlauchende sollte den Eimerboden berühren) und diesen auf eine erhöhte Position stellen. Dann muss nur noch kurz am anderen Ende angesaugt werden und das frische Wasser fließt langsam wieder in das Becken.


Reinigung des Filters

Sollte der Durchfluss des Filters stark abgenommen haben, sollte zuerst der Vorfilterschwamm in etwas abgelassenem Aquarienwasser ausgedrückt werden (am Besten während einem Wasserwechsel). Sollte der Durchfluss weiterhin zu schwach sein, sollte das Filtermaterial ebenfalls in etwas Wechselwasser ausgedrückt werden. Man sollte die Medien nie unter Leitungswasser reinigen, da dadurch die wichtigen Bakterien zu stark geschädigt werden könnten. Sollte man Aktivkohle verwenden, so muss diese jeden Monat gegen ein neues, frisches Netz ausgetauscht werden, da aufgenommene Schadstoffe sonst wieder an das Wasser abgegeben werden.


Pflege der Pflanzen

Da die Pflanzen ständig wachsen, müssen diese auch des öfteren gekürzt werden. Je nach Pflanzenart müssen einzelne Blätter entfernt werden, oder entstandene Kopfstecklinge erneut eingepflanzt werden.

Um ein optimales Pflanzenwachstum zu gewährleisten sollten die Pflanzen auch regelmäßig gedüngt werden. Hier gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen Düngesystemen. Generell kann man sagen, dass eine tägliche Düngung in niedrigen Konzentrationen besser ist, als eine große wöchentliche Düngung.


Nachwort

Vielen Dank für das Lesen dieses "kurzen" Einsteigerguides. Wir hoffen, dass euch durch diesen Leitfaden der Einstieg in die Aquaristik leichter fällt und ihr viel Spaß an diesem tollen Hobby haben werdet.


Wir würden uns freuen, wenn ihr der Community treu bleibt, an der Community mitwirkt und ein Bild eures fertigen Edges für die Einrichtungsbeispiele bereitstellen würdet.


An dieser Seite haben folgende Mitglieder mitgewirkt:
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