Wasserhärte
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Definition
Die Wasserhärte bezeichnet den Gehalt der gelösten Erdalkali-Ionen im Wasser. Sie wird angegeben in mmol/L bzw. °dH (Grad deutsche Härte).
Entstehung der Wasserhärte
Die Wasserhärte entsteht durch herauslösen von Mineralien aus den unterschiedlichen Gesteinsschichten bei deren Durchtritt und ist daher von Region zu Region verschieden. Die Härte von Regenwasser liegt nahezu bei 0 °dH, da dieses nur Härtebildner aufnehmen kann wenn sich kalkhaltige Partikel in der Atmosphäre befinden.
Unterscheidung in Härteanteile
Man unterscheidet die Wasserhärte in:
Gesamthärte
Die Gesamthärte (GH) gibt die Summe aller gelösten Erdalkali-Ionen wieder. Diese beschränken sich auf Magnesium- und Calcium-Ionen. Des Weiteren sind in Meerwasser Spuren von Barium, Beryllium, Radium und Strontium enthalten. Man legt den Härtegrad mit folgender Stoffmenge fest: 1 °dH entsprechen 10mg/L CaO (Calciumoxid = Kalk)
Karbonathärte
Die Karbonathärte (KH) spielt in der Aquaristik eine wesentlich größere Rolle, da sie in direktem Zusammenhang mit dem pH-Wert steht. Sie beschreibt die Konzentration an Hydrogencarbonat-Ionen. Die Karbonathärte besteht aus den kohlensauren Salzen des Magnesiums und des Calciums, den Karbonaten, Bikarbonaten und Hydrogenkarbonaten. Dazu gehören u.A. Marmor und Kreide. Diese Salze treten im Aquarium im Allgemeinen nur als Hydrogenkarbonat auf und tragen zur pH Stabilisierung bei. Man spricht auch von "Säurebindungskapazität". Jedoch ist die Karbonathärte bei pH 4,3 "verbraucht" und der pH-Wert kann dadurch rasch absinken. Dies bezeichnet man als Säuresturz, der für die meisten Aquarienbewohner tödlich endet.
Härtebereich
| Härtebereich | ||
| 1 (weich) | bis 7,3°dH | bis 1,302 mmol/l |
| 2 (mittel) | 7,3 - 14°dH | 1,302 - 2,496 mmol/l |
| 3 (hart) | 14 - 21,3°dH | 2,496 - 3,798 mmol/l |
| 4 (sehr hart) | über 21,3°dH | über 3,798 mmol/l |
Messung der Wasserhärte
Zum messen der Wasserhärte empfehlen sich Tröpfchentests, da diese wesentlich genauer und einfacher abzulesen sind als die Streifentests. Die Handhabung ist recht einfach und unterscheidet sich zwischen GH und KH lediglich im Farbumschlag des Indikators. Bei der GH erfolgt der Farbumschlag von Rot über Braun ins Grüne und bei der KH erfolgt der Farbumschlag von Blau über Grün in Gelb.
Bei beiden Methoden wird eine definierte Menge des zu testenden Wassers in einer Küvette vorgelegt. Nun wird solange die entsprechende Testreagenz eingetropft bis der Farbumschlag erfolgt. Die Anzahl der benötigten Tropfen entspricht dem jeweiligen Härteanteil. (1 Tropfen = 1° dGH bzw. 1°dKH)
Verändern der Härteanteile
Gesamthärte senken
- nur die Gesamthärte zu senken ohne die KH zu beeinflussen ist nicht möglich. Wird die GH durch verschneiden mit bspw. Osmosewasser gesenkt muss die KH eventuell (abhängig vom Besatz) wieder aufgehärtet werden.
Gesamthärte erhöhen
- Zugabe von Calciumchloridlösung
- Zugabe von Calciumsulfatlösung (Gipswasser)
Karbonathärte senken (der pH-Wert wird direkt beeinflusst!)
- Filtern über Torf
- Aquarienwasser mit dest. Wasser oder Osmosewasser verschneiden
- Zugabe von SMBB oder Erlenzapfen ins Becken
- Chemische Zusätze verschiedener Hersteller aus dem Fachhandel
- Zugabe von verschiedenen Säuren
- von dieser Methode wird allgemein abgeraten, da hier das Rechnen das A und O ist und 1ml schon einer zuviel sein kann
- Achtung: Ist die KH "verbraucht" ist ein Säuresturz möglich!
Karbonathärte erhöhen (der pH-Wert wird direkt beeinflusst!)
- Filtern über Kalk
- Zugabe von Natron
- kalkhaltiges Gestein ins Becken geben
- Chemische Zusätze verschiedener Hersteller aus dem Fachhandel
- Zugabe von verschiedenen Laugen
- hiervon wird genauso und aus demselben Grund abgeraten wie bei der Zugabe von Säuren
HINWEIS: Bitte keinesfalls das Wasser aus "Brita® -Wasserfiltern" o.ä. ins Aquarium kippen. Auch wenn das Wasser dann schön weich ist, aber damit werden die in den Filtern enthaltenen Silberionen ins Becken eingebracht was auf kurz oder lang den Verlust des Besatzes bedeutet!
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